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Lesung

Franz Kafka – In der Strafkolonie

Thomas Ney liest In der Strafkolonie von Franz Kafka

Wie in einem Albtraum bewegen sich Kafkas Protagonisten durch ein Labyrinth undurchsichtiger Verhältnisse und sind anonymen Mächten ausgeliefert. Die Literaturkritik spricht von einer „Traumlogik“.

In der Strafkolonie ist das Foltern mit Hilfe eines „eigentümlichen Apparates“ das Hauptthema. Dabei kommt es zu einer Verschiebung zwischen Opfer (nackter Verurteilter) und Täter (Offizier). Der Offizier glaubt zunächst an die kathartische Wirkung der Folterung durch die ausgefeilte Maschine, die er dem Reisenden vorführt. In seiner Ergriffenheit umarmt der Offizier den Reisenden und legt seinen Kopf auf dessen Schulter. Aber der Reisende ist natürlich von dieser Art Rechtsprechung durch Folter in keiner Weise zu überzeugen und bewirkt so einen Urteilsspruch über die Maschine, der der Offizier sich freiwillig unterwirft, in dem er sich selbst unter die arbeitende Maschine legt. Aber der Offizier erkennt keine eigene Schuld.

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